3. Anmerkungen zur Fugendimensionierung
| Einstiegseite | 3.1.1 Die Funktionsebenen | |
| 3.1.2 Die Wetterschutzebene | 3.1.3 Trennebene zwischen Raum und Außenklima | |
| 3.1.4 Lage des Fensters im Baukörper |
Für die dauerhafte Funktionsfähigkeit einer Fugenabdichtung ist deren richtige Auslegung als grundlegende Voraussetzung anzusehen. Die Bemessung von Fugen, d.h. die Festlegung der Fugenabstände und der Fugenbreiten, ist von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig. Unter Zugrundelegung einer zulässigen Gesamtverformung von z.B. ca. 25% eines pastösen Dichtstoffes sind Richtwerte zur Festlegung der Fugenbreite zwischen Außenwandelementen aus mineralischen Baustoffen
unter Berücksichtigung üblicher Fertigungs- und Montagetoleranzen der folgenden Tabelle (Bild 13) zu entnehmen. Gegenüber den Dichtungsmassen nach DIN 18 540, die für eine Gesamtverformung von ca. 25% ausgelegt sind, können von vorkonfektionierten Fugenbändern wesentlich größere Gesamtverformungen aufgenommen werden.
In Sonderfällen, z.B. bei dunklen Bauteilen (z.B. Fensterrahmen), wird das Dichtmaterial um bis zu 30% mehr auf Dehnung und Stauchung beansprucht. Hier ist die Systemwahl besonders wichtig. Die Dimensionierung von Gebäudedehnungsfugen ist maßgeblich abhängig vom statisch-konstruktiven Konzept des jeweiligen Bauwerks.
Die exakte Fugenbemessung ist Bestandteil der Bauwerksplanung und somit Aufgabe des Statikers bzw. des Architekten. Im Folgenden kann daher keine allgemeingültige Berechnungsregel zur Fugenauslegung angegeben werden. Es soll vielmehr anhand der einzelnen Einflussfaktoren das Problembewusstsein für dieses komplexe Thema gestärkt werden. Bei der Festlegung der Fugenanzahl und der Fugenbreite ist daher stets ein Fachmann hinzuzuziehen. Die erforderliche Fugenbreite ist u.a. von den folgenden Einflussfaktoren abhängig:
- thermische, statische, nutzungsbedingte Bauteilbewegungen
- Abstand der Bewegungsfugen zueinander
- Quell- und Trocknungsbewegungen der Bauteile
- Setzungsbewegungen
- feuchtigkeitsbedingte Längenänderung der Bauteile
- Fabrikationstoleranzen der Bauteile
- Ausführungstoleranzen der Bauteile
- zulässige Stauchung und Dehnung des Fugen-Dichtungsmaterials
Anhand dieser Einflussfaktoren, aus denen sich die erforderliche Fugenbreite ergibt, kann man ersehen, dass die Fugenbreite nach Berechnung des Fugenspieles nur im Zusammenhang mit dem zur Ausführung gelangten Dichtmaterial, d.h. nur unter Berücksichtigung der zulässigen Stauchung und Dehnung der Fugendichtung, berechnet werden kann.

